Der schlaue Hans steckt mitten in den Prüfungen und kommt deswegen nicht zum bloggen. Medienmanagement und Online Content steht für nächste Woche an. Schöner Schnee übrigens!
Tragt Sonnenschutz
5. Dezember 2011Nehmt euch 7 Minuten Zeit und genießt den Track aus den 90ern. Er vermittelt mehr über die Realität, als ein Regal voller Bücher. Enjoy!
edit: Erzeugt natürlich eine beeindruckende, starke Realität. Ist aber auch einfach schön.
Gruppendynamik – Wir sind alle Mitläufer
5. Dezember 2011Gruppendynamik ist im allgemeinen Sprachgebrauch ein sehr negativ geprägter Ausdruck. Er wird schnell mit dem Begriff „Mitläufer“ besetzt. Der Kuschelpunker nahm mit einem meinungsstarken Artikel über Gruppendynamik Bezug auf Fanausschreitungen im Fußball. Zweifellos sind gewaltbereite Gruppenbewegungen moralisch verwerflich, dennoch möchte ich diesen Artikel aufgreifen um Gruppendynamik wertfrei, im Erkenntnistheoretischen Bereich, zu diskutieren. Dabei will ich folgende Themen ansprechen:
- Wir sprechen über unsere Beobachtung
- Wir passen uns an – ein Experiment
- Anpassung ist überlebenswichtig
- Anpassung ist gefährlich
Wir sprechen über unsere Beobachtung
In den letzten Beiträgen habe ich schon den Bereich der Wirklichkeit angesprochen. Aus konstruktivistischer Sicht beobachtet jedes Individuum die Umwelt selbst und erschafft sich dadurch Realität. Menschen stehen aber nicht allein im Wald sondern sind Teil einer Gesellschaft, was einen Abgleich der Realität mit anderen Menschen erfordert. Dieser Abgleich findet besonders durch Kommunikation statt. Indem wir uns austauschen können wir unsere Realitäten vergleichen und festigen oder verwerfen. Dieser Vorgang ist überlebenswichtig, weil wir nie sicher sein können das unsere Beobachtungen richtig sind, (siehe Viabilität) und erschafft „objektive Realität“.
Wir passen uns an – ein Experiment
Paul Watzlawick stellt auf Seite 92 ff. in seinem Buch „Wie wirklich ist die Wirklichkeit“ ein psychologisches Experiment vor in welchem es um Gruppendynamik geht. Gruppen von sieben bis neun Studenten wurden zwei verschiedene Tafeln gezeigt, auf denen jeweils senkrechte Linien zu sehen waren. Auf Tafel Nr. 1 war eine senkrechte Linie zu sehen und auf Tafel Nr. 2 drei senkrechte Linien. Aufgabe der Studenten war es die Linie von Tafel Nr. 1 auf Tafel Nr. 2 zu finden und zu benennen. Im Versuchsaufbau wurde festgelegt, dass die Studenten nach der Reihe antworten und verschiedene Sätze an Tafeln zu sehen bekommen. Der Trick an diesem Experiment war, dass in Wahrheit nur eine Person die Versuchsperson war, alle anderen Studenten waren instruiert. In den ersten beiden Runden entsprachen die Antworten der Studenten der „Wahrheit“, sie identifizierten die richtige Linie und nannten sie. In Runde drei startete die geplante Konfusion. Alle instruierten Studenten wählen einstimmig eine andere Linie als die Versuchsperson und isolierten sie dadurch. Die Situation wurde in den nächsten Runden fortgeführt.
Für die Versuchspersonen war das ein höchst beunruhigendes Experiment. In den ersten Runden wurden sie in ihrer Wahrnehmung bestätigt und so in wohliger Realität gebettet. In den Runden mit Unstimmigkeiten wurde dann ihre Realität in Frage gestellt und so, durch Konfusion, ihr Geist in Alarmzustand versetzt. Ihre Beobachtung der Realität entsprach nicht mehr der „objektiven“, durch Vergleich stabilisierten, Realität. Um diese Konfusion zu lösen hatte die Versuchsperson nur zwei Auswege: Anpassung – Misstrauen der eigenen Wahrnehmung – oder Isolierung – der eigenen Realität mehr zu Vertrauen als der „objektiven“.
Dieses Experiment löste bei den Versuchspersonen Zustände von Angst bis Depersonalisation hervor. Was diese Ausnahmesituation sehr deutlich macht. In der Regel verlassen wir uns blind auf unsere Sinne. Durch Modifikationen am Experimentaufbau konnte zudem nachgewiesen werden, dass die Versuchspersonen standhafter bei ihrer Beobachtung blieben, wenn sie Unterstützung bekamen und der Wiederstand kleiner war. Besonders vertrauenswürdige Partner gaben den Versuchspersonen größere Sicherheit. Die Anpassung der Versuchspersonen betrug im Höchstmaß 36,8 %.
Zitat eines Versuchsteilnehmers:
Ich glaube, recht zu haben, aber mein Verstand sagt mir, dass ich nicht recht haben kann, denn ich kann nicht glauben, dass so viele andere sich irren können und ich allein recht habe.
Watzlawick, Wie Wirklich ist die Wirklichkeit S. 94
Anpassung ist überlebenswichtig
Diese Anpassung sichert uns unser Überleben und ist weitestgehend instinktiv. In erster Instanz trauen wir unseren Sinnen und eine passende Beobachtung landend in unserer Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit kann entweder durch andere Erfahrungen gefestigt werden oder durch Bestätigung anderer Personen oder Medien. Je mehr wir diesen Anderen vertrauen, desto glaubhafter Bestätigen sie unsere Meinung. Sie ist erforderlich, weil wir einen blinden Fleck besitzen: Wir beobachten nicht die absolute Realität, sondern nur den für uns greifbaren Teil. Irrtümer sind dadurch in jeder Beobachtung vorhanden. Das bedeutet aber auch, dass eine Gruppenmeinung von überlebenden Individuen für uns glaubhafte Realität bedeutet. Bei Widerspruch ist der Schock so stark, weil wir entweder unseren Sinnen misstrauen müssten, zu denen wir ein Leben lang eine vertrauensvolle Beziehung hatten, oder einer ganzen Gruppe misstrauen müssen, und die überlebt ja auch mit scheinbar intakten Sinnen. Welche Realität löst also unser Problem?
Anpassung ist gefährlich
In der Erkenntnistheorie gilt Anpassung und Gruppendynamik also eigentlich als Vorteil. Dass sie, wie Kuschelpunker durchaus richtig darstellt, im täglichen Leben durchaus gefährlich ist muss ich eingestehen. Die Macht der Gruppe kann so stark sein, dass sie instrumentalisiert werden kann um gefährliche Realitäten zu erschaffen. Es reicht dabei aber nicht zu sagen: Alle Fans und Gruppenangehörige sind Mitläufer und verblendet. Die Gruppe hat auf uns alle Macht und das perfide ist: Je näher oder vertrauensvoller uns eine Person steht, desto stärker wirken ihre Beeinflussungen auf uns. Die Realität wird dadurch manipulierbar.
Streitgespräche und Kunstgriffe – Diskutiert!
5. Dezember 2011Kommunikation erschafft Realität. Indem wir miteinander sprechen vergleichen wir unsere Beobachtungen der Realität und können diese festigen, anpassen oder abreißen. Die Philosophie und die Gesellschaft lebt gerade zu von anspruchsvoll geführter Dialektik. Doch wieviel Diskussionskultur ist noch vorhanden? Einige Gedanken von Alexander Endl zu These und Antithese.
Diskussionen erfordern aber, neben dem Willen der Wahrheitsfindung (und wenn es nur im erhärten der eigenen Warheit besteht), auch einiges an Geschick. Über Arthur Schopenhauers Kunstgriffe musste ich ziemlich schmunzeln. Er beschreibt Strategien für Streitgespräche und andere Diskussionen. Das würde die Talkrunden in den Öffentlichen rechtlichen wesentlich interessanter gestalten!
Krieg um die Wahrheit – schlecht fürs Klima
4. Dezember 2011Im Blog “Wissenschaft kommuniziert” findet ihr den Artikel Krieg um die Wahrheit – schlecht fürs Klima, welcher entfernt in unser aktuelles Thema Konstruktivismus passt. Es geht um einen Wissenschaftler der im Streit um Fakten gegen eine Journalistin der Frankfurter Rundschau vor Gericht zieht. Herausragend:
Wer als Wissenschaftler meint, er müsse für seine Sicht der Welt gegen alle kämpfen, die eine andere Meinung haben, verkennt, dass auch Forschungsergebnisse nur eine bestimmte Perspektive der Welt sind.
Die Theorie bestimmt, was wir beobachten können. – Albert Einstein
Die Realität des schlauen Hans – Wie Wirklichkeit entsteht
3. Dezember 2011Zu der Geschichte des schlauen Hans wurde ich von einem Freund gefragt: “Nette Geschichte, aber was wolltest du damit sagen?”. Dieser Blog ist noch relativ unbeschrieben und so bedarf die Geschichte wohl etwas Kontext.
Das Pferd Hans und seine Geschichte will ich hier mit Hilfe der Erkenntnistheorie betrachten. Genauer gesagt mit Ansätzen aus dem radikalen Konstruktivismus, die uns zeigen sollen wie die Geschichte über ein buchstabierendes Pferd glaubhaft und real wurde. Kurz beschrieben sagt Konstruktivismus , dass es uns nicht möglich ist eine objektive (ontologische) Realität zu betrachten und die Wirklichkeit “wirklich” wahrzunehmen. Unsere Sinne nehmen Reize auf, die wir mit unserem Gedächtnis verknüpfen und so “Dinghaft” machen. Der entscheidende Punkt ist dabei, dass wir nicht einen “Tisch”, in der absoluten Realität, mit unseren Augen sehen und im Gedächtnis mit dem erlernten Begriff Tisch verknüpfen. Vielmehr übersetzt unser Sehnerv die optische Wahrnehmung für unser Gehirn
und dieses errechnet (oder erkennt) einen Tisch. Wir können unseren Sinnen nicht trauen, sie beschreiben uns lediglich die Realität und wir stellen uns darauf ein. Das unsere Sinne die Realität überhaupt nicht richtig und vollständig abbilden können zeigt schon die Tatsache, dass wir jeden Moment unzähligen Sinneseindrücken unterliegen aber nur wenige wirklich in unsere Wahrnehmung gelangen. Wie könnten wir da behaupten die Realität zu sehen?
Der schlaue Hans – eine unglaubliche Geschichte über ein unglaubliches Pferd
30. November 20111904 ereignete sich in Berlin die Geschichte des schlauen Hans. Hans war ein 8 jähriger Hengst des pensionierten Schullehrers von Osten. Dem ehemaligen Lehrer gelang es die Kommunikation zwischen Mensch und Tier herzustellen. Der schlaue Hans konnte mathematische Aufgaben lösen und buchstabieren. Für diese Zwecke hatte er das Alphabet auswendig gelernt. Einmal klopfen für a, zweimal für b. usw. Er begeisterte mit seinen Kunststücken nicht nur die Massen, die Euphorie erfasste sogar Zoologen, Psychologen, Ärzte, Physiologen, Neuropsychiater, Veterinärmediziner und andere Wissenschaftler. Zur Untersuchung des schlauen Hans‘ Phänomens wurde sogar eine Expertenkommission gegründet. Doch selbst die Experimente, bei denen Zeichen des Trainers ausgeschlossen werden sollten, meisterte Hans. Ist einer der ältesten Wunschträume der Menschheit in Erfüllung gegangen? Besitzen Tiere logisches Denken und kann der Mensch mit ihnen kommunizieren? Den Rest des Beitrags lesen »
Mediamarkt macht Weihnachten zur Schlacht
30. November 2011“Weihnachten wird unterm Baum entschieden”
Stille Zeit, heilige Zeit war einmal. Die Advents- und Weihnachtstage beginnen im Handel jedes Jahr mit dem Erscheinen der ersten Schokoladennikoläuse im Supermarkt. Bis zum Weihnachtsfest scheint der ganze Handel glückselig Schaufenster zu dekorieren und uns mit festlichem Ambiente einen sinnlichen Kaufrausch zu ermöglichen. Schenken ist purer Genuss, beschenkt werden ein Fest für die Emotionen. Besonders die Werbung erschafft in dieser Zeit Traumkulissen, mit denen wohl kaum ein Weihnachtsfest mithalten kann.
Erfrischend anders präsentiert sich 2011 Mediamarkt und erklärt Weihnachten zur Schlacht. „Weihnachten wird unter dem Baum entschieden“ heißt der Slogan der aktuellen Kampagne und knüpft damit erfolgreich an die innovative Kommunikationsstrategie aus dem Herbst 2011 (Das Ende des Preisirsinns auf Youtube ansehen) an. Dem schlauen Hans erschien die Kampagne erst etwas plump: Weihnachten schon wieder reduziert auf gnadenlosen Konsumrausch! Aber die Werbekampagne bricht auf sympathische Art die Gewohnheit das Weihnachtsfest mit unnötigem Pathos aufzuladen und Konsum als festlich und sinnlich darzustellen. Dabei setzt sie vor allem auf Viral-artige, kurze Spots und stellt den Kundennutzen persönlich und witzig in den Vordergrund. Die Integration der Onlineelemente ist besonders auffällig: Auf der Website von Mediamarkt sind Filmchen zu sehen. Sehr gelungen!
Mehr Infos zur Kampagne bei Horizont
Bleibt schlau,
Hans
Hello world, der schlaue Hans bloggt!
30. November 2011Der schlaue Hans erklärt die Top-3 der wichtigsten Blog-Regeln.
1. Thema: Jedes Blog braucht ein Thema. Das weiß auch der schlaue Hans. Und weil ihn sein Mitteilungsdrang zum bloggen treibt denkt er, dass Kommunikation doch auch ein gutes Thema ist. Kommunizieren kann jeder. Wir können nicht nicht-Kommunizieren wie Watzlawick sagt. Und im Netz will sowieso jeder reden. Über Kommunikation reden bietet sich an. Meta-Kommunikation von und über alltägliche und professionelle Kommunikation!
2. Super-Spitzname: Was wären Superman, Batman oder Spiderman ohne ihre Super-Spitznamen? Quasi gar nicht mehr so super. Jedenfalls braucht man heutzutage einen ordentlichen Spitznamen, einen Decknamen für das Alterego, ein Schutzschild und gleichzeitig etwas Esprit. Etwas, wo die coolness im Subtext mitschwingt. Der schlaue Hans hat so einen, euren müsst ihr leider selber finden.
3. Ein cooles Logo: Auch Superman, Batman und Co. hatten eines gemeinsam: Ein 1A gebrandetes Logo und Markenimage. Die Coporate Identity von Batman wäre nichts ohne sein Fledermaus-Piktogramm. Wer jetzt nicht ein brennendes Gotham City und das strahlende Batman Logo, als Leuchtzeichen im Himmel, vor Augen hat muss sich jetzt auf Youtube den Surfing Batman ansehen! Logo? Ich sag mal: check.
Bleibt schlau,
Hans
Verfasst von schlauerHans